10.08.2017 | Mit «Stadtlandschaften» Räume für Erholung schaffen

Sechs Städte – Amriswil, Gossau, Herisau, Romanshorn, Rorschach und St.Gallen – planen heute im Detail wichtige Erholungsräume in unmittelbarer Nähe zu Wohnquartieren. Angestossen wurden diese Einzelprojekte durch die AGGLO St.Gallen-Bodensee im Rahmen von „Stadtlandschaften“, ein Projekt aus dem Agglomerationsprogramm der 3. Generation. Gerade in städtischen Gebieten wird künftig noch dichter gebaut als heute – und Erholungsräumen kommt daher ein besonderer Stellenwert zu. Mit „Stadtlandschaften“ wurde nach Ideen gesucht, wie diese Räume weiterentwickelt und noch attraktiver gestaltet werden können. Und dabei spielte die lokale Bevölkerung eine wesentliche Rolle – in partizipativen Momenten konnten sie ihre Ansichten, Meinungen und Anregungen direkt in den Prozess miteinbringen, was sich als erfolgreiches Vorgehen erwiesen hat.

Naherholungsgebiete sorgen dafür, dass sich Menschen an ihren Wohnorten wohl fühlen. Sie ermöglichen Spaziergänge, bieten Raum für Sport und Spiel. Mit dem Projekt „Stadtlandschaften“ hat sich die AGGLO St.Gallen-Bodensee gemeinsam mit sechs Städten (Amriswil, Gossau, Herisau, Romanshorn, Rorschach und St.Gallen) der Frage gestellt, wie diese Erholungsräume in Wohngebieten gezielt aufgewertet und noch attraktiver gestaltet werden können. „Als Methode haben wir uns bewusst für partizipative Momente entschieden. Gemeinsam mit den Standortgemeinden wollten wir von der Bevölkerung und den direkt Betroffenen wissen, wie sie die Erholungsräume nutzen würden, was ihnen gefällt, was sie ändern möchten“, so Tobias Winiger, Projektleiter AGGLO St.Gallen-Bodensee. Dass diese Art des Miteinbezugs gut ankam, zeigten die vielen positiven Rückmeldungen und letzten Endes auch die Ergebnisse. „Die gemeinsam entwickelten Gestaltungsvisionen gilt es nun, weiter voranzutreiben, je nach Stadt ist dieser Prozess schon weit oder weniger weit fort geschritten - schon in der Umsetzungsphase, oder erst noch in der Vernehmlassung“, so Winiger weiter.

Unterschiedliche Stadträume – unterschiedliche Prozesse – ein gemeinsamer Rahmen
Die sieben Stadtlandschaften in den sechs Städten, für die im Rahmen des Projekts Gestaltungsvisionen erarbeitet wurden, unterscheiden sich in ihrer Funktion und Bedeutung im Stadtgebiet wesentlich: Vom Marktplatz in Amriswil, über die weite Mooswies in Gossau, den Siedlungsraum der Alpsteinstrasse in Herisau, den Campus für Bildung und Bewegung sowie den Seepark in Romanshorn, das Seeufer in Rorschach oder den lose zusammenhängenden Grünzug Ost in St.Gallen. Genauso unterschiedlich wie die Stadträume, waren auch die Planungsprozesse der einzelnen Städte, in welche die zu erarbeitenden Konzepte zu Beginn eingebunden werden mussten.

Gestaltung öffentlicher Räume durch Partizipation
Mit dem Projekt «Stadtlandschaften» wurde das Planerteam Güller Güller & Zimraum beauftragt. Unter Einbezug der lokalen Bevölkerung wurden Vorschläge zur Nutzung und Gestaltung der Gebiete sowie einzelne Massnahmen entwickelt. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Methode der Partizipation für die Gestaltung öffentlicher Räume ein sehr hilfreiches Mittel sein kann. „Das Anhören von Interessenvertretungen hilft, Prioritäten zu setzen, inhaltliche Lücken zu füllen und den Fokus auf den tatsächlichen Handlungsbedarf zu lenken“, führt Michael Güller vom Planerteam eine der Haupterkenntnisse aus und fährt fort: „Häufig bringen schon kurzfristige und kostengünstige Massnahmen (z.B. häufiges Mähen einer grossen Wiese, Sitzgelegenheiten oder WIFI) erhebliche Verbesserungen.“

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Tobias Winiger, Projektleiter AGGLO St.Gallen-Bodensee Tel. 071 227 40 73,
tobias.winiger@regio-stgallen.ch

Michael Güller, Partner und Projektleiter Güller Güller architecture urbanism Tel. 044 212 38 91, michael@ggau.net

 

Die Trägerschaft des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee setzt sich aus den drei Kantonen Appenzell AR, St. Gallen und Thurgau und den 27 Agglomerationsgemeinden zusammen. Die Geschäftsstelle der REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee führt die Geschäfte des Agglomerationsprogramms.

Folgende 27 Gemeinden zählen gemäss Definition des Bundesamts für Statistik zur Agglomeration St.Gallen-Bodensee: Andwil, Amriswil, Arbon, Flawil, Gaiserwald, Goldach, Gossau, Hefenhofen, Herisau, Horn, Mörschwil, Rheineck, Roggwil, Romanshorn, Rorschach, Rorschacherberg, Salmsach, Speicher, Steinach, St.Gallen, Teufen, Thal, Tübach, Lutzenberg, Uttwil, Waldstatt und Wittenbach.

90

Über 90 Massnahmen werden mit dem Agglomerationsprogramm der 3. Generation dem Bund zur Mitfinanzierung eingereicht.

80 Mio

Der Bund beteiligt sich in der 2. Generation mit rund 80 Millionen Franken an geplanten Verkehrsinfrastrukturprojekten in der Agglomeration St.Gallen - Bodensee.

40%

Der Bund beteiligt sich mit 40% an den Baukosten der Massnahmen des Agglomerationsprogramms St.Gallen – Bodensee der 1. und 2. Generation.

Kontakt

Agglo St.Gallen - Bodensee
Geschäftsstelle
Blumenbergplatz 1
9000 St. Gallen

Tobias Winiger
Projektleiter Aggloprogramm
071 227 40 73
tobias.winiger@remove-this.regio-stgallen.ch  

Nach dem Geographie-Studium an der Universität Zürich war Tobias Winiger beim Kanton Bern in den Bereichen Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement tätig, daraufhin arbeitete er in einem privaten Raumplanungsbüro in den Bereichen Richt- und Sondernutzungsplanung.

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Schwachstellen & Massnahmen

In enger Zusammenarbeit von Gemeinden, Region und Kantonen werden von 2015 bis 2018 rund 270 Fuss- und Velo-Projekte umgesetzt. Das Netz wird deutlich verbessert und die Region damit zur attraktiven Veloregion.

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Frei- und Grünräume

Die Übergänge von Siedlung zu offener Landschaft sind wichtige Naherholungsräume. Ausgewählte Gebiete werden, in Abstimmung mit landwirtschaftlichen Nutzungen, gezielt attraktiv gestaltet und zugänglich gemacht.

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Verkehrsmanagement

Das Strassennetz im Raum St. Gallen ist heute sehr stark belastet. Zu Spitzenzeiten bleiben Autos und der öV im Stau stecken. In Zukunft wird sich die Situation gar noch verschärfen, denn bis zur Realisierung von grösseren Infrastrukturausbauten wird es noch rund 15 bis 20 Jahre dauern. Ein gezieltes Verkehrsmanagement sorgt bis zu diesem Zeitpunkt für das Funktionieren des gesamten Systems und setzt auf rasch realisierbare Massnahmen.