06.12.2022 | Neue Strategien für besseren öV in der Region erarbeitet

Das regionale öV-Konzept gibt die Strategie für die Planung des öffentlichen Verkehrs in der Agglomeration St.Gallen-Bodensee vor. Eine Überarbeitung des bisherigen öV-Konzepts war angezeigt, da die ursprüngliche Version auf den Bahn-Ausbauschritt des Bundes für 2025 ausgerichtet war und bereits mehrheitlich umgesetzt ist. Das überarbeitete Konzept sieht neue Strategiefelder für eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs vor und wurde am 17. November 2022 vom Lenkungsausschuss verabschiedet.

Für die 2. Generation des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee wurde mit dem regionalen öV-Konzept eine Grundlage für die Planungen des öffentlichen Verkehrs im Agglomerationsgebiet erarbeitet. Die damals auf den Bahn-Ausbauschritt 2025 ausgerichteten Massnahmen sind heute mehrheitlich umgesetzt. Zusätzlich haben sich auch die Rahmenbedingungen geändert: Einerseits wurde auf Bundesebene der Bahn-Ausbauschritt 2035 beschlossen, andererseits ist die Agglomeration um die Region Amriswil-Romanshorn und um die Gemeinden Berg, Eggersriet und Untereggen gewachsen. Aus diesen Gründen wurde das regionale öV-Konzept auf den Horizont 2035 hin überarbeitet. Es bildet nun den strategischen Rahmen für verschiedene öV-Planungen in den nächsten Jahren. Der Lenkungsausschuss der Agglomeration St.Gallen-Bodensee hat das Konzept am 17. November verabschiedet. «Mit dem neuen öV-Konzept für die Agglomeration St.Gallen-Bodensee sind nun die Stossrichtungen für die Weiterentwicklung des öV-Angebotes gegeben. In den nächsten Jahren planen wir auf dieser Basis konkrete Massnahmen, die den öV in der Region massgeblich verbessern werden», sagt Roman Coray, Projektmitarbeiter Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee.

Mit Angebots- und Umfeldstrategien zu besserem öV in der Region
Das überarbeitete öV-Konzept setzt strategisch zwei Schwerpunkte: Angebot (wie bisher) und Umfeld (neu). Die Angebotsstrategien haben direkte Auswirkungen auf die öV-Angebote und umfassen:

– die Definition einheitlicher Angebotsstandards über die gesamte Agglomeration
– verbesserte Verbindungen zwischen den Nebenzentren, beispielsweise zwischen Romanshorn und Rorschach. Angestrebt wird neu ein 15-Minuten-Takt
– Verbesserung der Verbindungen innerhalb der Nebenzentren mittels 15-Minuten-Takt auf den wichtigsten Achsen
– die Prüfung von neuen Angebotsformen (z.B. On-Demand-Angebote)

Umfeldstrategien haben keine direkten Auswirkungen auf das Angebot 2035, sind jedoch für die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs ebenfalls von zentraler Bedeutung. Dazu zählen:

– der Ausbau des öV-Marketings
– die Elektrifizierung von Buslinien (Nachhaltigkeit)
– die bessere Verknüpfung von Fuss- und Veloverkehr mit dem öV
– sowie Überlegungen zur langfristigen Bahnplanung über den Ausbauschritt 2035 hinaus

«Ein ausgebautes öV-Angebot alleine reicht nicht aus, um die Verlagerungsziele der Agglomeration zu erreichen. Damit mehr Menschen den öV und den Fuss- und Veloverkehr nutzen, braucht es neben attraktiven Infrastrukturen und einer guten Abstimmung von Siedlung und Verkehr auch sogenannte Push-Massnahmen, wie beispielsweise die Parkplatzbewirtschaftung und das Verkehrsmanagement», erläutert Markus Schait, Verkehrsplaner Amt für öffentlicher Verkehr Kanton St.Gallen die zukünftigen Herausforderungen.

Die nächsten Schritte
Die eigentliche Angebotskonzeption des öV im Horizont 2035 wird in einem nächsten Schritt zusammen mit den betroffenen Gemeinden detailliert erarbeitet. Zu den betroffenen Gemeinden zählen:

– der Agglomerationskern: St.Gallen, Gaiserwald (Abtwil) und Wittenbach
– der Korridor Herisau und Appenzeller Hinterland
– der Korridor Rorschach-Rorschacherberg-Goldach-Staad-Thal-Rheineck
– der Korridor Rorschach-Arbon-Romanshorn-Amriswil

Der Bahn-Ausbauschritt 2035 muss aufgrund des Verzichts auf schnelles Fahren in Kurven (Wankkompensation) überarbeitet werden. Die Vertiefungsplanungen werden daher erst initiiert, wenn diese Überarbeitung vorliegt.

Unter folgendem Link finden Sie das neue AGGLO-öV-Konzept: https://www.regio-stgallen.ch/download.html

https://www.regio-stgallen.ch/agglomerationsprogramm.html

80

80 Massnahmen mit einem Volumen von rund 130 Millionen Franken sollen im Rahmen des Agglomerationsprogramms der 4. Generation von 2024-2028 umgesetzt werden.

130 Mio

Der Bund beteiligt sich in der 3. Generation mit rund 130 Millionen Franken an geplanten Verkehrsinfrastrukturprojekten in der Agglomeration St.Gallen - Bodensee.

9

Das Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee zählt schweizweit zu den besten und erzielte als einziges 9 Wirkungspunkte im Bundesranking.

Kontakt

AGGLO St.Gallen-Bodensee
Geschäftsstelle
Blumenbergplatz 1
9000 St. Gallen

Tobias Winiger
Verantwortlicher Aggloprogramm
071 227 40 73
tobias.winiger@remove-this.regio-stgallen.ch

clevermobil in der Region

In enger Zusammenarbeit von Gemeinden, Region und Kantonen werden über 500 Fuss- und Velo-Projekte umgesetzt. Das Netz wird deutlich verbessert und die Region damit zur attraktiven Veloregion.

Frei- und Grünräume

Die Übergänge von Siedlung zu offener Landschaft sind wichtige Naherholungsräume. Ausgewählte Gebiete werden, in Abstimmung mit landwirtschaftlichen Nutzungen, gezielt attraktiv gestaltet und zugänglich gemacht.

Verkehrsmanagement

Das Strassennetz im Raum St. Gallen ist heute sehr stark belastet. Zu Spitzenzeiten bleiben Autos und der öV im Stau stecken. In Zukunft wird sich die Situation gar noch verschärfen, denn bis zur Realisierung von grösseren Infrastrukturausbauten wird es noch rund 15 bis 20 Jahre dauern. Ein gezieltes Verkehrsmanagement sorgt bis zu diesem Zeitpunkt für das Funktionieren des gesamten Systems und setzt auf rasch realisierbare Massnahmen.