11.06.2018 | REGIO St.Gallen-Bodensee und Regio Wil erhalten Auszeichnung für beste Denkarbeit in der Planung

Der nationale Wettbewerb Stadtlandschau für die beste Denkarbeit in der Planung sucht erfinderische Köpfe aus Politik und Planung und zeichnet die besten Anstösse für die Zukunft aus. Beim diesjährigen Stadtlandpreis gehören gleich zwei Projekte aus unserer Region zu den ausgezeichneten Arbeiten. Einerseits die Initiative ‹Herisau – vorwärts!› der Stiftung Dorfbild Herisau und andererseits das Zukunftsbild Landschaft der REGIO St.Gallen-Bodensee gemeinsam mit der Regio Wil.

Das Siedlungsgebiet in der Schweiz muss dichter werden und in der Qualität besser. Wie legt die Planung den Grundstein dazu? Die Stadtlandschau ist bewusst kein Architekturpreis, sondern ein Wettbewerb der besten Denkarbeit in der Planung. Die zweite Ausgabe nach 2012 wird getragen vom schweizerischen Fachverband der Raumplanerinnen und Raumplaner (FSU), den Hochschulen ZHAW und HSR sowie von Hochparterre, unterstützt vom Büro Bausatz.

Beurteilung nach unterschiedlichen Gesichtspunkten

50 Projekte wurden eingereicht, rund die Hälfte davon in Areal- oder Quartiergrösse, je ein Fünftel kommunale und regionale Planungen, dazu eine Handvoll allgemeiner Konzepte und Methoden. Beim Beurteilen stützte sich die Jury auf ein vierteiliges Kriteriennetz: Idee, Prozess, Verankerung und Wirkung. Folgt einer guten Idee auch ein umsichtiger Prozess? Wer trägt die Planung mit? Wie wirkt sie sich aus? Je eine Auszeichnung erhalten die Initiative ‹Herisau – vorwärts!› für ihren geistreichen Bottom-up-Ansatz, die REGIO St.Gallen-Bodensee mit der Regio Wil für ihre verbindende Landschaftsentwicklung ‹Zukunftsbild Landschaft› und Delémont für sein entschlackendes Planungsinstrument ‹cahier des charges›.

Gemeinschaftsprojekt zweier Regios

Ein widerspruchsfreies Zukunftsbild der Landschaft zu schaffen; dies war das Ziel des Projekts der REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee und der Regio Wil. In einem ersten Schritt wurde das Gebiet eingehend analysiert. Das Gebiet reicht vom Bodensee über St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden bis nach Wil SG. In einem zweiten Schritt wurden Fragestellungen erarbeitet, die das Zukunftsbild beantworten soll: Was wollen wir mit diesen Landschaften anfangen? Welche Merkmale wollen wir stärken? Wo bestehen Mängel und wie können wir sie beheben?

Miteinbezug unterschiedlicher Sichtweisen

Die Analyse und der Entwurf des Zukunftsbilds entstanden nicht allein am Tisch der Landschaftsarchitekten SKK aus Wettingen. Um möglichst viele verschiedene Sichtweisen zu berücksichtigen, wurden Workshops durchgeführt. Vertreterinnen und Vertreter der Regionen, Kantone und Gemeinden, des Tourismus, des Natur- und Landschaftsschutzes, die Zuständigen der Landschaftsqualitätsbeiträge sowie Förster und Landwirte diskutierten miteinander.

Der Kommentar der Jury (Auszug): „Mit dem Zukunftsbild Landschaft gibt sich eine grosse Region ein gemeinsames Leitbild für ihre Landschaften. Die Beteiligten, neben den Landschaftsarchitekten auch Behörden, Verbände, Bauern und Förster, analysierten die bisherigen Planungsinstrumente, führten sie zusammen und ergänzten sie. Das Projekt definiert Landschaftseinheiten als zusammenhängende Räume mit Merkmalen und Funktionen. Es bündelt nicht nur die Ziele, sondern auch die Akteurinnen und Akteure. So kann grenzüberschreitendes Denken und Planen in eine integrale Entwicklung von Siedlung und Landschaft münden.“

Die Jury der Stadtlandschau: Frank Argast, Raum- und Stadtplaner, Präsident FSU; Marco Bakker, Architekt, Professor EPFL; Aurelio Casanova, Kulturingenieur, bis Dezember 2017 Stadtpräsident Ilanz / Glion; Anita Horner, Immobilienspezialistin, Head Residential Marketing Immoveris; Philippe Koch, Politikwissenschaftler, Stadtforscher, Dozent ZHAW ; Claudia Moll, Landschaftsarchitektin, Bundesamt für Umwelt; Claudine Wyssa, Gemeindepräsidentin Bussigny, Präsidentin Gemeindeverband Waadt; Barbara Zibell, Stadt- und Regionalplanerin, Professorin Hannover; Klaus Zweibrücken, Verkehrsplaner, Professor HSR; Ersatz: Rahel Marti, Hochparterre; Sekretär: Philipp Maurer, Bausatz Mehr

Infos zu Wettbewerb, Stadtlandtag und Preisfeier sowie Dokumentationen der nominierten Projekte: www.hochparterre.ch/stadtlandschau 

90

Über 90 Massnahmen werden mit dem Agglomerationsprogramm der 3. Generation dem Bund zur Mitfinanzierung eingereicht.

110 Mio

Der Bund beteiligt sich in der 3. Generation mit rund 110 Millionen Franken an geplanten Verkehrsinfrastrukturprojekten in der Agglomeration St.Gallen - Bodensee.

40%

Der Bund beteiligt sich mit 40% an den Baukosten der Massnahmen des Agglomerationsprogramms St.Gallen – Bodensee der 1. und 2. Generation.

Kontakt

Agglo St.Gallen - Bodensee
Geschäftsstelle
Blumenbergplatz 1
9000 St. Gallen

Tobias Winiger

Projektleiter Aggloprogramm
071 227 40 73
tobias.winiger@remove-this.regio-stgallen.ch  

Nach dem Geographie-Studium an der Universität Zürich war Tobias Winiger beim Kanton Bern in den Bereichen Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement tätig, daraufhin arbeitete er in einem privaten Raumplanungsbüro in den Bereichen Richt- und Sondernutzungsplanung.

Schwachstellen & Massnahmen

In enger Zusammenarbeit von Gemeinden, Region und Kantonen werden von 2015 bis 2018 rund 270 Fuss- und Velo-Projekte umgesetzt. Das Netz wird deutlich verbessert und die Region damit zur attraktiven Veloregion.

Frei- und Grünräume

Die Übergänge von Siedlung zu offener Landschaft sind wichtige Naherholungsräume. Ausgewählte Gebiete werden, in Abstimmung mit landwirtschaftlichen Nutzungen, gezielt attraktiv gestaltet und zugänglich gemacht.

Verkehrsmanagement

Das Strassennetz im Raum St. Gallen ist heute sehr stark belastet. Zu Spitzenzeiten bleiben Autos und der öV im Stau stecken. In Zukunft wird sich die Situation gar noch verschärfen, denn bis zur Realisierung von grösseren Infrastrukturausbauten wird es noch rund 15 bis 20 Jahre dauern. Ein gezieltes Verkehrsmanagement sorgt bis zu diesem Zeitpunkt für das Funktionieren des gesamten Systems und setzt auf rasch realisierbare Massnahmen.