17.01.2018 | Überdeutliches Signal nach Bern gesendet

Gemäss den Regionen liegen im Bahn-Fernverkehrskorridor Zürich-Fürstenland-St.Gallen-Bodensee-Rheintal massive Verbesserungen drin. Im Kern geht es um die Verkürzung der Fahrzeit St.Gallen-Zürich von 60 auf 50 Minuten und damit die Realisierung des Vollknotens St.Gallen. Auch sind in diesem Zusammenhang Kapazitätsengpässe im Fürstenland zu beheben und die Anschlüsse ins Rheintal zu optimieren. Der Kantonsrat forderte dies kürzlich einstimmig. Nun zog die St.Galler Regierung mit einer ungewohnt scharfen Stellungnahme zum Bahn-Ausbauschritt 2030 nach. Damit ist aus St.Gallen ein überdeutliches Signal nach Bern gesendet, das nicht übergangen werden kann.

Die REGIO Appenzell AR – St.Gallen – Bodensee, die Region St.Galler Rheintal und die Regio Wil nahmen in einer Medienmitteilung vom 7. September 2016 zu den geplanten Ausbauschritten der SBB im Fernverkehr bis 2025 Stellung und bemängelten, dass Bahn 2000 damit für die Ostschweiz ein leeres Versprechen bliebe. Sie forderten Bund und SBB eindringlich dazu auf, die Planungen zu optimieren. Diese Forderung ist noch nicht eingelöst. Im Rahmen der Vernehmlassung zur Bundesvorlage des Bahn-Ausbauschrittes 2030 hat sich der Kanton inzwischen aber entsprechend positioniert (vgl. Medienmitteilung der Regierung des Kantons St.Gallen vom 17.1.2018).

Massive Verbesserungen möglich
Die REGIO Appenzell AR – St.Gallen – Bodensee und die Regio Wil haben bereits 2014 mit renommierten Experten einen Optimierungsvorschlag für den Fernverkehrskorridor Zürich-Fürstenland-St.Gallen-Bodensee-Rheintal eingebracht, welcher ohne grössere Infrastrukturausbauten massive Verbesserungen bringt. „Zum einen geht es um die Verkürzung der Fahrzeit St.Gallen-Zürich von 60 auf ca. 50 Minuten und damit die Realisierung des Vollknotens St.Gallen gemäss Konzept Bahn 2000“ führt Rolf Geiger, Geschäftsleiter der Regio Appenzell AR - St.Gallen – Bodensee, aus. Der Vollknoten St.Gallen und damit schlanke Umsteigeverbindungen zwischen Fernverkehr und Fernverkehr bietet aber vor allem auch für den Raum Bodensee und Rheintal grosse Verbesserungen. Thomas Ammann, Nationalrat und Präsident der Region St.Galler Rheintal, betont denn auch: „Mit dem Optimierungsvorschlag werden bis zu 15 Minuten kürzere Fahrzeiten fürs Rheintal zum Beispiel von St. Margrethen nach Zürich möglich“. Zum anderen ist auf den Knoten Wil in der weiteren Planung ein besonderes Augenmerk zu richten. Lucas Keel, Präsident der Fachgruppe Mobilität der Regio Wil: „Der Optimierungsvorschlag kann und muss dazu genutzt werden, dass nachhaltig genügend Sitzplatzkapazitäten im Fernverkehr ab Wil gewährleistet sind“.

Optimierungsvorschlag der Regionen vom St.Galler Kantonsrat einstimmig gestützt
Der Vorschlag war Grundlage für das von allen Fraktionen eingereichte Postulat Erreichbarkeit St.Gallen-Bodensee/Rheintal im St.Galler Kantonsrat (2014). Die Beantwortung wurde im November 2017 im Kantonsrat debattiert und mit einstimmigen Forderungen aus dem Rat untermauert, welche den Optimierungsvorschlag 1:1 aufnehmen. Die St.Galler Kantonsräte sind sich einig und haben mit ihrem Entscheid ein klares Signal an die St.Galler Regierung sowie den Bund und die SBB gesendet.

Überdeutliches Signal nach Bern gesendet
Die St.Galler Regierung ist in der Zwischenzeit vom Optimierungsvorschlag der Regionen überzeugt und hat sich nun entsprechend den Vorgaben aus dem Kantonsrat zur Bundesvorlage des Bahn-Ausbauschrittes 2030 in ungewohnt scharfem Ton vernehmen lassen. Thomas Scheitlin, Präsident der Regio St.Gallen: „Damit ist aus St.Gallen ein überdeutliches Signal nach Bern gesendet das nicht übergangen werden kann“.

 

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

REGIO Appenzell AR – St.Gallen – Bodense:
Rolf Geiger, Geschäftsleiter 071 227 40 71, 079 547 54 61 rolf.geiger@regio-stgallen.ch

Region St.Galler Rheintal:
Sabina Saggioro, Geschäftsleiterin 071 722 95 63 sabina.saggioro@rheintal.com

Regio Wil: Anne Rombach, Geschäftsleiterin 071 914 45 55 anne.rombach@regio-wil.ch

 

Weitere Informationen:

Medienmitteilung vom 7.9.2016 zu den geplanten Ausbauschritten der SBB im Fernverkehr bis 2025: www.regio-stgallen.ch/medien/detail/07092016-regionen-fordern-optimierung-der-bahnplanung-zuerich-fuerstenland-stgallen-bodenseerheintal.html

Medienmitteilung vom 16.9.2014 zum Postulat Kantonsrat: Die Region St. Gallen - Bodensee / Rheintal fordert eine bessere Erschliessung. www.regio-stgallen.ch/medien/detail/16092014-die-region-st-gallen-bodensee-rheintal-fordert-eine-bessere-erschliessung.html

90

Über 90 Massnahmen werden mit dem Agglomerationsprogramm der 3. Generation dem Bund zur Mitfinanzierung eingereicht.

110 Mio

Der Bund beteiligt sich in der 3. Generation mit rund 110 Millionen Franken an geplanten Verkehrsinfrastrukturprojekten in der Agglomeration St.Gallen - Bodensee.

40%

Der Bund beteiligt sich mit 40% an den Baukosten der Massnahmen des Agglomerationsprogramms St.Gallen – Bodensee der 1. und 2. Generation.

Kontakt

Agglo St.Gallen - Bodensee
Geschäftsstelle
Blumenbergplatz 1
9000 St. Gallen

Tobias Winiger

Projektleiter Aggloprogramm
071 227 40 73
tobias.winiger@remove-this.regio-stgallen.ch  

Nach dem Geographie-Studium an der Universität Zürich war Tobias Winiger beim Kanton Bern in den Bereichen Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement tätig, daraufhin arbeitete er in einem privaten Raumplanungsbüro in den Bereichen Richt- und Sondernutzungsplanung.

Schwachstellen & Massnahmen

In enger Zusammenarbeit von Gemeinden, Region und Kantonen werden von 2015 bis 2018 rund 270 Fuss- und Velo-Projekte umgesetzt. Das Netz wird deutlich verbessert und die Region damit zur attraktiven Veloregion.

Frei- und Grünräume

Die Übergänge von Siedlung zu offener Landschaft sind wichtige Naherholungsräume. Ausgewählte Gebiete werden, in Abstimmung mit landwirtschaftlichen Nutzungen, gezielt attraktiv gestaltet und zugänglich gemacht.

Verkehrsmanagement

Das Strassennetz im Raum St. Gallen ist heute sehr stark belastet. Zu Spitzenzeiten bleiben Autos und der öV im Stau stecken. In Zukunft wird sich die Situation gar noch verschärfen, denn bis zur Realisierung von grösseren Infrastrukturausbauten wird es noch rund 15 bis 20 Jahre dauern. Ein gezieltes Verkehrsmanagement sorgt bis zu diesem Zeitpunkt für das Funktionieren des gesamten Systems und setzt auf rasch realisierbare Massnahmen.