19.04.2016 | Zukunftsbild, Strategien und rund 90 Massnahmen für die Entwicklung der Grossregion

Die öffentliche Vernehmlassung zum Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee der 3. Generation ist eröffnet und dauert bis zum 17. Juni. Das Agglomerationsprogramm definiert ein Zukunftsbild und Strategien für die Weiterentwicklung von Siedlung, Verkehr und Landschaft in der Grossregion St.Gallen-Bodensee. Mit rund 90 Massnahmenpaketen sollen diese umgesetzt werden. Ein neuer Schwerpunkt liegt beim Thema Landschaft. Fragen zum Programm können am 17. Mai anlässlich des 2. Agglomerationsforums direkt mit den Verantwortlichen des Programms diskutiert und Hinweise eingebracht werden.

Im Laufe der letzten 2 bis 3 Jahre hat die Trägerschaft, bestehend aus den Gemeinden der Region Appenzell AR - St. Gallen - Bodensee und den drei Kantonen AR, SG, TG, intensiv am Programm gearbeitet. Neu gehören auch die Gemeinden Amriswil, Hefenhofen, Romanshorn, Salmsach und Uttwil dazu.  

Vernehmlassung zum Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee eröffnet
Das Agglomerationsprogramm der 3. Generation ist derzeit bei den Gemeinden, Kantonen, Verbänden und der interessierten Öffentlichkeit bis 17. Juni in Vernehmlassung. Ende 2016 wird das Agglomerationsprogramm beim Bund eingereicht. Damit wird sich die Trägerschaft um weitere Gelder aus dem Infrastrukturfonds des Bundes für Verkehrsvorhaben in der ganzen Agglomeration bewerben. Nahtlos soll damit an die bisher erfolgreiche Umsetzung von Projekten mit Unterstützung von Bundesmitteln angeknüpft werden.  

Zukunftsbild und Strategien für die Grossregion
Das Agglomerationsprogramm definiert ein Zukunftsbild und Strategien für die Weiterentwicklung von Siedlung, Verkehr und Landschaft in der Grossregion St.Gallen-Bodensee. Dazu gehören:

▪ Die grossräumige Positionierung der Agglomeration als Kern einer weite Teile der Ostschweiz und  des internationalen Bodenseeraums umfassenden Grossregion mit entsprechenden zum Teil stark entwicklungsbedürftigen strategischen Verkehrsachsen, z.B. Richtung Konstanz und Rheintal/Vorarlberg.

▪ Das Strukturbild der Agglomeration mit dem Hauptzentrum St.Gallen und 7 Nebenzentren, zu denen neben Arbon, Gossau, Herisau und Rorschach neu Amriswil, Flawil und Romanshorn zählen. Es postuliert hohe Verbindungsqualitäten zwischen den Zentren mit entsprechenden Massnahmen, z.B. einer neuen direkten Bahnverbindung Arbon-St.Gallen.

▪ Das Zukunftsbild Siedlung und Verkehr, das die angestrebte Siedlungsstruktur und -dichten und die Entwicklungsziele für wichtige Freiräume und Landschaften aufzeigt. So soll z.B. Das Einwohner- und Arbeitsplatzwachstum vorwiegend an den hoch erschlossenen Lagen wie den Bahnhofsgebieten in den Zentren stattfinden.  

…und rund 90 Massnahmen
Um das Zukunftsbild gemäss den Strategien zu erreichen sind rund 90 Massnahmenpakete definiert. Die Wichtigsten:

▪ Der neue Autobahnanschluss Witen, der die Erreichbarkeit des Nebenzentrums Rorschach steigern und eine spürbare Verkehrsentlastung im Zentrum von Rorschach und Goldach bringen wird. Über das Agglomerationsprogramm werden der Zubringer zum lokalen Netz und flankierende Massnahmen zur Mitfinanzierung durch den Bund beantragt.

▪ Die Bahnhofplätze in Amriswil, Flawil, Herisau und Romanshorn werden im Zusammenspiel mit Arealentwicklungen zu attraktiven Verkehrsdrehscheiben und Eingangstoren zu den Städten umgebaut.

▪ Mit dem neuen Konzept der „Starken Stadtachsen“ werden in der Stadt St.Gallen die historischen Verkehrsachsen zu attraktiven Stadträumen entwickelt. Sie sollen einen wichtigen Impuls für die Siedlungsverdichtung und -Erneuerung setzen. Eine mögliche Umstellung auf ein Tram-System wird damit vorbereitet.  

Zwei für die innere und äussere Erreichbarkeit der Agglomeration zentrale Ausbauvorhaben des Nationalstrassennetzes laufen nicht über das Agglomerationsprogramm: die 3. Röhre Rosenbergtunnel A1 mit Teilspange und die Bodensee-Thurtal- und Oberlandstrasse (BTS/OLS).  

Neuer Schwerpunkt: Impulsprojekte Landschaft
Nachdem das Agglomerationsprogramm der 2. Generation den Schwerpunkt beim Fuss- und Veloverkehr setzte, liegt der Programmschwerpunkt nun bei der Steigerung der Landschaftsqualität innerhalb und ausserhalb der Siedlungsgebiete. Gemeinsam mit mehr als 10 Städten und Gemeinden werden konkrete Lösungen erarbeitet, beispielsweise für das Botsberger Riet in Flawil, die Seepromenaden in Romanshorn und Rorschach oder den Grünzug Ost in St.Gallen. Im Zentrum steht dabei die Frage: Wie können Landschaftsräume für Alltag und Freizeit (noch) attraktiver gemacht werden?  

2. Agglomerations-Forum am 17. Mai 2016
Im Rahmen des 2. Agglomerationsforums am 17. Mai um 17.00-18.30 Uhr erhalten Interessierte einen vertieften Einblick in die Arbeiten des Agglomerationsprogramms. Fragen können direkt mit den Verantwortlichen des Programms diskutiert und Hinweise eingebracht werden. Das Forum findet in der Lokremise in St.Gallen statt. Eröffnet wird es von Thomas Scheitlin, Präsident der Trägerschaft des Agglomerationsprogramms. Die Veranstaltung ist öffentlich, Interessierte sind herzlich willkommen und melden sich bis am 30. April bei der Geschäftsstelle des Agglomerationsprogrammes unter info@regio-stgallen.ch oder 071 227 40 70 an.    

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> Massnahmenbericht
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Hinweis an die Redaktionen:
Für Rückfragen steht zur Verfügung  
Rolf Geiger, Geschäftsleiter Agglo St. Gallen - Bodensee : Tel. 071 227 40 71, 079 547 54 61

90

Über 90 Massnahmen werden mit dem Agglomerationsprogramm der 3. Generation dem Bund zur Mitfinanzierung eingereicht.

130 Mio

Der Bund beteiligt sich in der 3. Generation mit rund 130 Millionen Franken an geplanten Verkehrsinfrastrukturprojekten in der Agglomeration St.Gallen - Bodensee.

9

Das Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee zählt schweizweit zu den besten und erzielte als einziges 9 Wirkungspunkte im Bundesranking.

40%

Der Bund beteiligt sich mit 40% an den Baukosten der Massnahmen des Agglomerationsprogramms St.Gallen – Bodensee der 1. und 2. Generation.

Kontakt

Agglo St.Gallen - Bodensee
Geschäftsstelle
Blumenbergplatz 1
9000 St. Gallen

Tobias Winiger

Projektleiter Aggloprogramm
071 227 40 73
tobias.winiger@remove-this.regio-stgallen.ch  

Nach dem Geographie-Studium an der Universität Zürich war Tobias Winiger beim Kanton Bern in den Bereichen Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement tätig, daraufhin arbeitete er in einem privaten Raumplanungsbüro in den Bereichen Richt- und Sondernutzungsplanung.

Clever mobil in der Region

In enger Zusammenarbeit von Gemeinden, Region und Kantonen werden über 500 Fuss- und Velo-Projekte umgesetzt. Das Netz wird deutlich verbessert und die Region damit zur attraktiven Veloregion.

Frei- und Grünräume

Die Übergänge von Siedlung zu offener Landschaft sind wichtige Naherholungsräume. Ausgewählte Gebiete werden, in Abstimmung mit landwirtschaftlichen Nutzungen, gezielt attraktiv gestaltet und zugänglich gemacht.

Verkehrsmanagement

Das Strassennetz im Raum St. Gallen ist heute sehr stark belastet. Zu Spitzenzeiten bleiben Autos und der öV im Stau stecken. In Zukunft wird sich die Situation gar noch verschärfen, denn bis zur Realisierung von grösseren Infrastrukturausbauten wird es noch rund 15 bis 20 Jahre dauern. Ein gezieltes Verkehrsmanagement sorgt bis zu diesem Zeitpunkt für das Funktionieren des gesamten Systems und setzt auf rasch realisierbare Massnahmen.