02.07.2012 | BIGNIK – 9‘245 von 252‘140 Tüchern gesammelt

Die Tuchjagd der letzten 2 Wochen in 12 verschiedenen Gemeinden der Region ergabeine erstaunlich grosse Beute von 9‘245 Tücher, so die Zwischenbilanz der Geschäftsstelle der Region Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee und Frank und Patrik Riklin. Doch das ist erst der Anfang! Bei einer Beteiligung aller Einwohner kommen für die BIGNIK-Vision 252‘140 Tücher zusammen. Deshalb rufen die Treiber des Projektsdie Bevölkerung weiterhin zur Tuchspende auf. Zudem werden in öffentlichen Nähwerkstätten die ersten Module für das Tuch genäht. Die erste Nähwerkstatt ist heute und am Mittwoch, 4. Juli vor dem St.Galler Rathaus installiert.

„Wenn jeder der 252‘140 Einwohner der Region nur ein Tuch beisteuert, wird die Vision Realität“, sagen die Riklins vom Atelier für Sonderaufgaben. Das ergibt eine Dimension von rund 98 Fussballfeldern, bestehend aus circa 60‘000 Tuchmodulen (à 4 Tücher) und einer Nahtlänge von 336 Kilometern. Bei BIGNIK geht es nicht um einen Event im herkömmlichen Sinne, sondern um einen gemeinschaftlichen Entstehungsprozess. „Die Faszination des offenen Ausgangs stehe im Zentrum“, bekräftigt Rolf Geiger, Geschäftsleiter der Region Appenzell AR – St.Gallen – Bodensee. Alle Probleme, die das Riesentuch mit sich bringt, sind die Reizpunkte der Konzeptanlage. Die unermüdliche Bearbeitung des Wahnsinns soll die Bevölkerung zusammenbringen und dazu verführen, Grenzen des Denkens und Handelns zusprengen.

In den letzten Tagen wurde an rund 500 Haustüren geklingelt. Nicht selten landeten die Tuchjäger mit den Hausbesitzern in Kellern und Estrichen. Viele Tücher, die oft Jahrzehnte unberührt gelagert waren, wurden regelrecht befreit und einer neuen Funktion zugeführt. Eine Erkenntnis zeigt, dass vielen Leuten gar nicht bewusst ist, wie viele Tücher in ihren Häusern effektiv herumliegen. Oft sind die Leute selbst erstaunt, was alles hervorkommt, wenn man vergessen gegangene Kisten, Schränke oder Schubladen öffnet.

Deshalb appellieren Riklins weiterhin an die kollektive Suche nach Tüchern und rufen die Bevölkerung der Region dazu auf, selbst in Keller und Estriche zu steigen, um für die Visioneinen Beitrag zu leisten. Die Riklins unterstreichen: „Falls wirklich alle Einwohner nur 10 Minuten für die Vision BIGNIK investieren, kommen 252‘140 Tüchern innert wenigen Tage zusammen“. Das Riesentuch lebt von der vermischten Individualität der Tücher aus der Bevölkerung und wird so zum kulturellen Kapital der Region.

Bis zum 6. Juli können rote und weisse Tücher (Mindestmass 1.40 auf 1.40) weiterhinbei den Rat- oder Gemeindehäusern der Sammelorte abgegeben werden.

Heute und am Mittwoch, 4. Juli wird die erste öffentliche Nähwerkstatt vor dem St.Galler Rathaus durchgeführt. Jeweils um 14 Uhr werden die ersten Tuchmodulepräsentiert.

Vier Tücher werden zu einem Modul zusammengenäht. BIGNIK scheut sich nicht vor Nachtschichten. Die Nähmaschinen rattern von morgens 07.00 Uhr bis 01.00 Uhr in der Nacht. Bis jetzt wurden über 60 Näher und Näherinnen gefunden, die sich für die Vision stark machen. Ob zuschneiden, nähen, Tücher oder Schatten spenden – weitere Unterstützung ist sehr willkommen!