13.11.2014 | Ostschweiz gewinnt weiter an Kraft: Amriswil–Romanshorn neu Teil des Agglomerationsprogramms St.Gallen–Bodensee

Das Agglomerationsprogramm St.Gallen / Arbon-Rorschach heisst neu St.Gallen-Bodensee. Neu stossen die Gemeinden der Agglomeration Amriswil-Romanshorn zum Verbund. Damit gewinnt die Grossregion St.Gallen-Bodensee weiter an Kraft. Zum Beispiel, wenn es um die Durchsetzung der eigenen Interessen bei der künftigen Verteilung von Bundesgeldern für Verkehrsinfrastrukturen geht.

Eindrücklicher Leistungsausweis
Das Agglomerationsprogramm St.Gallen / Arbon-Rorschach ist eines der erfolgreichsten Programme der Schweiz. Seit zehn Jahren treiben die Gemeinden und Kantone die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung gemeinsam und koordiniert voran. Mit eindrücklichen Resultaten: Dank der neuen Linienführung für den Durchgangsverkehr ist der Stadtkern von Arbon attraktiver geworden, während gleichzeitig der Verkehr störungsfreier verläuft. Mit der Umsetzung der S-Bahn 2013 und der Durchmesserlinie der Appenzellerbahnen wird das Angebot für die Verkehrsteilnehmer laufend verbessert. Auch Fussgänger und Velofahrer sind in den Agglomerationsgemeinden dank einem umfangreichen Paket an Massnahmen sicherer unterwegs. Insgesamt löste das koordinierte Vorgehen Investitionen in Verkehrsinfrastrukturen von 400 Millionen Franken aus, wobei sich der Bund mit rund 160 Millionen Franken beteiligt.

Mit Amriswil, Hefenhofen, Romanshorn, Salmsach und Uttwil zum Agglomerationsprogramm St.Gallen–Bodensee
Seit längerem haben sich die Städte Amriswil und Romanshorn mit der Frage der Erarbeitung eines Agglomerationsprogramms auseinandergesetzt. Der jetzige Zusammenschluss macht Sinn und ist auch zeitlich ideal: Die Planung der übergeordneten Strassenbauvorhaben Bodensee-Thurtal-Strasse und Oberlandstrasse (BTS/OLS) ist einen wesentlichen Schritt vorangekommen. So ist die Linienführung bereits weitgehend geklärt und flankierende Massnahmen in ersten Konzepten bekannt. „Die Chancen und Möglichkeiten, die sich damit für die Raum- und Stadtentwicklung bieten, können wir im Rahmen eines Agglomerationsprogramms auf regionaler und lokaler Ebene optimal nutzen“, ist der Romanshorner Stadtammann und Delegierter im Lenkungsausschuss, David H. Bon überzeugt.

Oberthurgau als Scharnier zwischen Frauenfeld und St.Gallen
Teil des Agglomerationsprogramms St. Gallen-Bodensee zu sein, heisse aber nicht, sich vom Kanton Thurgau abzuwenden. David H. Bon sieht die Agglomerationsgemeinden im Oberthurgau denn auch in einer wichtigen Scharnierfunktion im Städtenetz zwischen St. Gallen und Frauenfeld. „Gemeinsam können wir unseren attraktiven funktionalen Raum auch gegen aussen sichtbarer machen“, sind sich der Amriswiler Stadtammann Martin Salvisberg und der für die Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Stefan Mayer einig. Dafür brauche es eine gewisse Grösse. „Von einem gemeinsamen Programm profitieren deshalb alle Beteiligten.“ Auch für die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag stehen die Synergieeffekte im östlichen Kantonsteil mit den bereits heute spürbaren funktionalräumlichen Verflechtungen im Vordergrund: „Ich begrüsse die Zusammenarbeit auf Ebene der Agglomeration als wichtigen Schritt zu einer gemeinsamen Ausrichtung mit einem Blick auf das Ganze.“   Ein Zeichen, dass die Ostschweiz an Kraft gewinnt Mit der Aufnahme der fünf Gemeinden Amriswil, Hefenhofen, Romanshorn, Salmsach und Uttwil werden unter dem Dach des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee neu die Interessen von 235‘000 Einwohnern und rund 150‘000 Beschäftigten gebündelt. Ein wichtiger Schritt, sagt Rolf Geiger, Geschäftsleiter des Agglomerationsprogramms: „Gemeinsam haben wir mehr Gewicht, zum Beispiel, wenn es um die Unterstützung von konkreten Infrastrukturprojekten durch den Bund geht.“ Thomas Scheitlin, der Vorsitzende des Lenkungsausschusses des Agglomerationsprogramms und Stadtpräsident von St.Gallen, betont denn auch: „Der Zusammenschluss ist ein klares Zeichen dafür, dass die Ostschweiz weiter an Kraft gewinnt. Ich heisse die Oberthurgauer Städte und Gemeinden herzlich willkommen.“

Breite Mitwirkung erwünscht
Damit die Region Amriswil-Romanshorn ihre Chancen unter dem Dach des Agglomerationsprogramms St. Gallen-Bodensee optimal nutzen kann, sind Interessierte aus der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Politik aufgerufen, mitzuwirken. Eine erste Gelegenheit dazu bietet sich am 1. Agglomerationsforum im Frühling 2015 (Datum wird später bekannt gegeben).

Kontakt:
David H. Bon Stadtammann Romanshorn und Delegierter Amriswil-Romanshorn im Lenkungsausschuss des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee, Tel. +41 71 466 83 40
Rolf Geiger Geschäftsleiter Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee, Tel. +41 71 227 40 71  

 

Instrument und Trägerschaft Agglomerationsprogramm
Das Agglomerationsprogramm ist Steuerungsinstrument und Massnahmenplan für die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung über die Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg. Hauptziele sind die Förderung der Siedlungsentwicklung nach Innen sowie eine darauf abgestimmte Weiterentwicklung des Verkehrssystems. Damit leistet das Agglomerationsprogramm einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des Wirtschafts- und Wohnstandorts.

Die Trägerschaft des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee setzt sich aus den drei Kantonen Appenzell AR, St. Gallen und Thurgau und den Agglomerationsgemeinden zusammen. Die Geschäftsstelle der Region Appenzell AR - St.Gallen - Bodensee führt die Geschäfte des Agglomerationsprogramms.

Folgende Gemeinden zählen gemäss Definition des Bundesamts für Statistik zur Agglomeration St.Gallen / Arbon-Rorschach: Andwil, Arbon, Flawil, Gaiserwald, Goldach, Gossau, Herisau, Horn, Mörschwil, Rheineck, Roggwil, Rorschach, Rorschacherberg, Speicher, Steinach, St.Gallen, Teufen, Thal, Tübach, Lutzenberg, Waldstatt und Wittenbach
Neu: Amriswil, Hefenhofen, Romanshorn, Salmsach und Uttwil

Das Agglomerationsprogramm St. Gallen-Bodensee ist eine Erfolgsgeschichte. Schon mit dem Programm der 1. Generation konnten Projekte wie die S-Bahn St.Gallen (Ausbauschritt 2013), die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen, die Entlastungsstrasse in Arbon (NLK) sowie die Umgestaltung der St.Gallerstrasse in Gossau erfolgreich angegangen werden. Mit dem Agglomerationsprogramm der 2. Generation können ab 2015 die Massnahmen rund um die Bahnhöfe Rorschach, Goldach, St.Fiden, Winkeln und Arnegg sowie ein Gesamtpaket von Massnahmen zugunsten des Fuss- und Veloverkehrs in sämtlichen Gemeinden im Umfang von rund 200 Millionen mit Unterstützung des Bundes von gut 80 Millionen realisiert werden.