19.12.2011 | Herisau profitiert vom Agglomerationsprogramm

Die Entwicklung der Region Appenzell AR – St. Gallen – Bodensee ist für Herisau von entscheidender Bedeutung. Die Vernehmlassung der zweiten Generation des Agglomerationsprogramms hat gezeigt, dass die Anliegen der Gemeinde berücksichtigt werden, freut sich Gemeindepräsident Paul Signer.

Die Entwicklung der ganzen Agglomeration St. Gallen sei für Herisau sehr bedeutsam, so Paul Signer: «Ich erhoffe mir, dass wir bis 2030 als Region noch weiter zusammenwachsen werden und dennoch alle Teilgebiete ihre Eigenständigkeit bewahren können. Die Region Appenzell AR – St. Gallen – Bodensee soll als vielfältige und auch als geeinte, zielstrebige, aufstrebende Region wahrgenommen werden.» Er erachte es als «Privileg, im Lenkungssausschuss des Agglomerationsprogramms mitwirken zu dürfen». Entscheidend seien überzeugende, gut dokumentierte Anträge und Projekte, die auch durch die Gemeinde und den Kanton mitgetragen werden. Er freue sich, dass Herisau als Nebenzentrum dadurch gestärkt werde, und sei gespannt, welche weiteren Ideen am Standortforum vom 26. Januar in St. Gallen entwickelt werden.

Meiste Anliegen berücksichtigt
Nachdem die Vernehmlassung der zweiten Generation des Agglomerationsprogramms St. Gallen abgeschlossen ist, zeigt sich Signer überzeugt, dass Herisau seine Anliegen gut eingebracht hat: «Die meisten sind auch berücksichtigt worden und entsprechen unseren internen Prioritäten. Dem ist so, weil wir, so glaube ich, intern gute Vorarbeit leisten und von uns aus bereits aktiv geworden sind.» Ganz sorgenfrei blickt Signer aber nicht in die Zukunft: Die Verkehrssituation im Bereich der AFG-Arena in St. Gallen West sei unbefriedigend. Sie sei auch mit einem allfälligen Autobahnzubringer Appenzellerland nicht wirklich in den Griff zu bekommen.

Enorme Auswirkungen
Das Projekt St. Gallen West habe enorme Auswirkungen auf die Gemeinde Herisau. Einerseits würden die Verkehrswege nach St. Gallen belastet, andererseits biete sich aber auch die Chance für Herisau, näher an St. Gallen zu rücken: «Daher ist es enorm wichtig, dass die Interessen Herisaus in diesem Projekt von Anfang an zum Zuge kommen.» Für den Langsamverkehr werde unter anderem die Verbindung nach St. Gallen Winkeln entwickelt, die für Herisau ebenfalls sehr wichtig sei.

Selber an die Hand nehmen
Die Verantwortung für die Planung des Autobahnzubringers sei an den Bund übertragen worden: «Wir haben damit natürlich ein Stück Handlungsfreiheit aus der Hand gegeben und warten nun auf den Netzbeschluss der Eidgenössischen Räte.» Deswegen dürfe man aber nicht die Hände in den Schoss legen, denn: «Wir sind selber gefordert, beispielsweise entlang der Durchgangsachsen gute Projekte zu entwickeln und die Neugestaltung des Dorfzentrums zügig an die Hand zu nehmen. Wer immer nur auf die anderen wartet, wartet eben...»

Bahnhofprojekt weit fortgeschritten
Einen besonderen Stellenwert haben für die Region die Umgestaltung des Bahnhofareals oder auch das historische Industrieareal Untere Fabrik/Hölzli in Herisau, erklärt Rolf Geiger, Geschäftsleiter der Region Appenzell AR – St. Gallen – Bodensee: «Diese beiden Standorte haben wir in unser regionales Standortportfolio aufgenommen, weil sie aufgrund profunder Analysen zu den neun attraktivsten Wirtschaftsstandorten mit Entwicklungspotenzial gehören.» Das Bahnhofprojekt, so Paul Signer, sei recht weit fortgeschritten, und es gehe nun darum, mit allen Partnern Entwicklungsvereinbarungen zu unterzeichnen. Davon profitiere die ganze Region: «Das Bahnhofprojekt ist regional, kantonal und für Herisau von grosser Bedeutung. Damit ist auch eine markante Verbesserung der Verhältnisse für Umsteigende verbunden, was den öffentlichen Verkehr erneut attraktiver macht.»

Öffentlicher Verkehr gestärkt
Generell könne Herisau mit der Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr sehr zufrieden sein, sagt Signer insbesondere mit Blick auf den Ausbau der S-Bahn im Jahr 2013: «Der intensivere Takt nach St. Gallen erschliesst Herisau die Möglichkeit, sich noch mehr als bevorzugter Wohnort zu profilieren. Anderseits ist für die Herisauer Wirtschaft eine enge Anbindung an die Stadt St. Gallen über den Individual- wie auch den öffentlichen Verkehr von grosser Bedeutung.»

Hinweis an die Redaktion:
Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Rolf Geiger Geschäftsleiter Region Appenzell AR - St. Gallen – Bodensee: Tel. 071 227 40 70
Paul SignerGemeindepräsident Herisau, Tel. 071 354 54 50