27.09.2012 | Durchschnittliche Wirtschaftsleistung und unterdurchschnittliches Bevölkerungswachstum

Die Region Appenzell AR - St.Gallen - Bodensee hat einen Regio Benchmark entwickelt, der die Region mit anderen Regionen in der Schweiz misst. Anhand von verschiedenen Indikatoren ist zudem ein Vergleich der einzelnen Gemeinden miteinander, und diesauch über die Kantonsgrenzen hinweg, möglich. Dabei bestätigt sich die Positionierungals Wirtschaftsregion.

Anhand von 15 Indikatoren zu den drei Themenbereichen Bevölkerung und Einkommen, Wirtschaftsleistung sowie Arbeitsplätze und Arbeitslosigkeit zeigt der Regio Benchmark einbreites Bild zu Stand und Entwicklung der regionalen Entwicklung.

Schritthalten bei der wirtschaftlichen Dynamik
Der Indikator der Beschäftigungsdichte gibt Auskunft über das Verhältnis zwischen Arbeitsplätzen und ständiger Wohnbevölkerung. Die Städte der Region, speziell Gossau und St.Gallen, verzeichnen hohe Beschäftigungsdichten. Dies führt dazu, dass die gesamte Region über dem Wert der Schweiz und auch über dem Wert der Grossregion Ostschweizliegt. Auch in der Entwicklung von Arbeitsplätzen und der neu geschaffenen Stellen in neu gegründeten Unternehmen hält die Region Schritt mit umliegenden Regionen aber auch mitvergleichbaren Regionen in der Schweiz.

Schwache Bevölkerungsentwicklung insgesamt
Vergleicht man die Region Appenzell AR - St.Gallen - Bodensee mit anderen Regionen wie Lugano, Biel oder Luzern, entwickelt sich die Wohnbevölkerung weniger dynamisch. Die Pendlerdistanz zum Metropolitanraum Zürich ist zu gross, als dass die Region einen Teil der Bevölkerungsdynamik in diesem Raum abschöpfen könnte. In absoluten Zahlen wohnten im Jahr 2010 258‘094 Personen in der Region. 80% der Bevölkerung lebt in der Agglomeration und knapp 20% im ländlichen Raum. Neben dem Toggenburg stellt die Region bezüglich des Bevölkerungswachstums das zweit schwächste Glied in der Ostschweiz dar.

Städte holten in der Bevölkerungsentwicklung wieder auf
Die Bevölkerungsentwicklung in der Region weist insofern grosse Unterschiede aus, als es sowohl Gemeinden mit starker Bevölkerungszunahme als auch Gemeinden mit Bevölkerungsrückgang gab. Die Gemeinde Andwil wuchs als einzige Gemeinde über 10 Jahre hinweg stark überdurchschnittlich. Weitere Gemeinden mit stark überdurchschnittlichem Wachstumzwischen 2005 und 2010 sind Gais, Horn, Tübach und Wittenbach. Nachdem die Städte(St.Gallen und Nebenzentren) zwischen 2000 und 2005 eher stagnierten, schlossen sie beimWachstum seit 2005 zum Agglomerationsgürtel auf. Auch der periurbane ländliche Raumwächst seit 2006 wieder, im Vergleich zu den anderen Raumtypen allerdings unterdurchschnittlich.

Reiche Gemeinden werden tendenziell noch reicher
Die Erträge der direkten Bundessteuer für natürliche Personen pro Einwohner geben einen Hinweis auf den Reichtum einer Gemeinde. Besser verdienende Bevölkerungsgruppen konzentrieren sich tendenziell weiterhin in steuergünstigen Gemeinden. Die Betrachtung nach Gemeinden in der Region Appenzell AR - St. Gallen - Bodensee bestätigt diese schweizweite Tendenz. Bereits reiche Gemeinden legten zwischen 2003 und 2008 bei den Bundessteuererträgen nochmals kräftig zu (Mörschwil, Teufen). Zu den Gewinnern gehörten auch einzelne Gemeinden der Agglomeration und des ländlichen Raums.Diese Raumtypen legten auch als Ganzes in den betrachteten Jahren mehr zu als die Städte.

Der Regio Benchmark ist unter www.regio-stgallen.ch publiziert