15.09.2021 | Naturvielfalt in St.Gallen und Wittenbach neu entdecken

Die Bevölkerung wünscht sich mehr und vielfältige Natur: Im Garten, im Siedlungsraum und im Naherholungsgebiet. Die Stadt St.Gallen und die Gemeinde Wittenbach fördern die Biodiversität bewusst – und lancieren im Rahmen des Modellvorhabens «Tobelwelt Sitter für alle» mit zwei Naturpfaden eine attraktive Möglichkeit, via App spielerisch Naturschätze vor der Haustür zu entdecken und erleben.

Biodiversität ist nicht einfach nur nett anzuschauen – sie ist unsere Lebensgrundlage. Die anhaltende Abnahme der Artenvielfalt in der Schweiz ist deshalb umso alarmierender. Gemeinden und Städte können aktiv dazu beitragen, diese Entwicklung zu stoppen. Mit vielfältigen Massnahmen, wie etwa der naturnahen Pflege von Grünflächen, Hecken und Gewässern, können sie qualitativ hochwertige Lebensräume fördern und vernetzen. Auch die Stadt St.Gallen und die Gemeinde Wittenbach setzen sich dafür ein, dass Natur mehr Platz bekommt und sich Tiere und Pflanzen zuhause fühlen. Mit geschickter Planung und Pflege stellen sie sicher, dass öffentliche Flächen wie Wiesen, Bäche, Böschungen und Rabatten möglichst natürlich bleiben und wertvollen Lebensraum bieten. St.Gallen und Wittenbach zeigen ihr Engagement an verschiedenen Naturschauplätzen auf ihrem Gemeindegebiet: Sie lancieren zwei Naturpfade, die es mit der gleichnamigen App zu entdecken gibt. Erarbeitet wurden die beiden Pfade in Zusammenarbeit mit der Stiftung PUSCH Praktischer Umweltschutz im Rahmen des Modellvorhabens «Tobelwelt Sitter für alle».

Auf den Spuren der Natur mit einer App

Die App «Naturpfade» führt die Nutzerinnen und Nutzer durch die lokalen Lebensräume und lässt sie ihre Umgebung mit einem neuen Blick erkunden. Sie setzen sich spielerisch mit der Natur im Siedlungsraum auseinander, sammeln Punkte und lernen unterwegs ihren Lebensraum besser kennen. Dabei erfahren sie auch, wie sie selber zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität beitragen können – sei es durch das Anlegen von Asthaufen und das Pflanzen einheimischer Sträucher im Garten oder mit Wildblumen auf dem Balkon, über die sich Bienen freuen. «Mit der Naturpfade-App können Gross und Klein ganz einfach auf Entdeckungsreise gehen – unmittelbar vor der eigenen Haustür. Wir freuen uns, dass die Natur in der und um die Stadt so auf eine neue Weise erlebbar wird», sagt Karin Hungerbühler, Co-Leiterin der Dienststelle Umwelt und Energie der Stadt St.Gallen. Nach dem Öffnen der App, die kostenlos aus den gängigen App-Stores heruntergeladen werden kann, sind die Schauplätze auf einer Karte sichtbar. Dann aber gilt es, den Weg unter die Füsse zu nehmen oder in die Pedale zu treten. Denn erst im Umkreis von rund 40 Metern schaltet die App Informationen über den entsprechenden Naturschauplatz frei. Die App «Naturpfade» wurde 2019 von der Stiftung Pusch ins Leben gerufen und ist in sechs weiteren Deutschschweizer Gemeinden ebenfalls nutzbar.

Der Naturpfad in St.Gallen

Die Schauplätze des St. Galler Naturpfads liegen zwischen Schulhaus Rotmonten, der Kinderfestwiese und dem Burgweier-Areal. Acht unterschiedliche Orte beleuchten die natürliche Vielfalt auf dem Stadtgebiet und zeigen, mit welchen Massnahmen St.Gallen die Biodiversität fördert. So erfahren neugierige Naturpfade-Besucher*innen, warum die Eichen am Röteliweg wichtig sind im Umgang mit dem Klimawandel, welche Rolle die Hecke am Hätterenweg bei der Vernetzung von Lebensräumen spielt und wo sich Igel, Zaunkönig oder Wildbienen wohl fühlen.

Der Naturpfad in Wittenbach

Ganz im Süden von Wittenbach, unmittelbar an der Grenze zu St.Gallen, liegt das Naturschutzgebiet Ziegelei. Dort wohnt unter anderem die gefährdete Gelbbauchunke. Über Waldrandgebiete und sogar einen Halt am Strassenrand, wo es unerwartete Vielfalt zu entdecken gibt, führt der Pfad mitten durch die Gemeinde und bietet so insgesamt acht Schauplätze. Für Daniel Worni, Bauverwalter Tiefbau Wittenbach, ist der Naturpfad eine Bereicherung: «Es ist toll, wenn die Nutzer*innen neben dem bekannten Naturschutzgebiet auch andere wertvolle Orte in Wittenbach kennen lernen und dabei noch spielerisch ihr Wissen erweitern können.»

Zwei Naturpfade – ein grösserer Zusammenhang

Dass die Stadt St.Gallen und die Gemeinde Wittenbach genau jetzt Naturpfade ins Leben gerufen haben, ist kein Zufall. Hintergrund und Rahmen der beiden Vorhaben bildet das Projekt «Tobelwelt Sitter für alle» (siehe Kasten). Die Flusslandschaft im Sittertobel und der angrenzende Siedlungsraum von Wittenbach, Gaiserwald und St.Gallen stehen im Zentrum des Modellvorhabens «Tobelwelt Sitter für alle» der Stiftung Pusch und der REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee. Das Projekt wird vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) im Rahmen der Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung 2020–2024 unterstützt; der Themenschwerpunkt heisst «Landschaft ist mehr wert». Das Modellvorhaben «Tobelwelt Sitter für alle» will dazu beitragen, dass die naturnahen Landschaften im und um das Sittertobel wieder mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung durch die Bevölkerung erhalten. Zudem sollen die Nutzerinnen und Nutzer des Naherholungsgebietes auch gemeinsam Verantwortung für diese Räume übernehmen. Das Modellvorhaben gliedert sich in vier Teilprojekte: (1) Naturpfade, (2) Digitale Partizipation, (3) Exkursionen, (4) Physische Partizipation. Die REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee ist beim Teilprojekt physische Partizipation im Lead, PUSCH als Gesamtprojektleitung bei den anderen drei.

Die App «Naturpfade» ist für Android und iOS kostenlos und kann auf Google Play oder im App Store heruntergeladen werden. Nebst den beiden Naturpfaden in St.Gallen und Wittenbach existieren auch in sechs anderen Schweizer Gemeinden bereits Naturpfade.

«Ausschuss Wirtschaft»

Aus dem Verein WIRTSCHAFT wurde 2020 der «Ausschuss Wirtschaft». Das neue, nicht formell konstituierte Gefäss soll die politischen und wirtschaftlichen Interessen besser verknüpfen und damit die Region stärken. Doppelspurigkeiten werden vermieden und Strukturen vereinfacht.

Rückblick Ausschuss Wirtschaft (D. Ganz)

Kurzpräsentation

Medienmitteilung (29.11.2019)

Eindrücke und Impressionen vom 10-jährigen Jubiläumsfest der REGIO

48,6%

Der RegioBenchmark zeigt, dass die Beschäftigungsdichte in der Regio hoch ist. Auf 100 Einwohner kommen in der Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee rund 49 Arbeitsplätze.

1'237

Was denkt die Schweiz über die Ostschweiz? Eine von der REGIO durchgeführte, repräsentative Studie mit 1‘237 Interviewten gibt Einblicke.

Mit "Lattich" den Güterbahnhof beleben

Mit dem Projekt "Lattich" wird auf dem Güterbahnhofareal in St.Gallen eine Zwischennutzung initialisiert. Mit dem Ziel, längerfristig einen neuen Arbeits- und Lebensraum und ein Innovationsumfeld für die Kreativwirtschaft zu schaffen.

Wahrnehmungs- und Imagestudie Ostschweiz

Wie gut kennt die Schweiz die Ostschweiz? Die REGIO hat in Zusammenarbeit mit dem Markt‐ und Meinungsforschungsinstitut DemoSCOPE eine repräsentative Wahrnehmungs‐ und Imagestudie durchgeführt.

Südufer Bodensee

Gemeinsam mit Thurgau Tourismus und St.Gallen-Bodensee Tourismus hat die REGIO einen Prozess angestossen, der brachliegendes Potenzial am Südufer des Bodensees sichtbar machen, die atmosphärischen Qualitäten verbessern und in der Summe mehr touristische Strahlkraft erzeugen soll.