Neue Arbeitswelten in Gemeinden und kleinen Unternehmen

Ausgangslage und Potenzial

Das Verständnis von Arbeit verändert sich gerade grundlegend – und damit auch die Arbeitswelt selbst. Der Fachkräftemangel trifft Unternehmen und macht auch vor den Gemeindeverwaltungen nicht halt: So wie Fachkräfte beispielsweise auf der Baustelle, in der Bäckerei und im Planungsbüro fehlen, sind sie auch auf den Gemeinden rar. Einen Gemeindeschreiber oder eine Bauverwalterin zu finden stellt immer mehr (vor allem kleinere) Gemeinden vor grosse Herausforderungen.
Das Image der verstaubten Verwaltung kontrastiert stark mit den heutigen und künftigen Anforderungen an eine attraktive Arbeitsstelle. Dabei wird eine Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung durchaus als sehr sinnstiftend empfunden.1

Ziele und Nutzen

Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit eng begleiteten Pilotgemeinden und Pilotunternehmen einen Werkzeugkoffer mit Instrumenten, Methoden und Kontakten zu erarbeiten, welcher über das Projekt hinaus verankert und genutzt werden kann. Die beteiligten Organisationen ziehen vielseitigen Nutzen aus dem Projekt: Sie können ihre jeweiligen individuellen Bedürfnisse direkt adressieren, sie werden entsprechend begleitet und auch befähigt, sie werden Teil eines Netzwerks und möglicherweise selbst zu einer Anlaufstelle zum Thema Neue Arbeitswelten.

Im Fokus stehen kleine Unternehmen und Gemeinden (bis 15 Mitarbeitende), die keine eigenen HR-Abteilungen haben und auch sonst nicht über die Ressourcen verfügen, sich mit dem Thema Neue Arbeitswelten und Organisationsentwicklung auseinanderzusetzen.

Ein NRP-Projekt mit drei Kantonen

Hinter dem Projekt «Neue Arbeitswelten in Gemeinden und kleinen Unternehmen» stehen die OST – Ostschweizer Fachhochschule und die REGIO als gemeinsame Trägerschaft. Das Projekt wird im Rahmen einer NRP-Förderung von den drei Kantonen Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen und Thurgau unterstützt.

Start im Frühling 2024

Der Auftakt für das bis anfangs 2026 dauernde Projekt fand im Februar 2024 mit einem Startanlass statt. Rund 40 Teilnehmende aus Gemeinden und Unternehmen der Region erhielten Einblick, wie das Projekt konkret abläuft und weshalb die Teilnahme als Pilotorganisation lohnenswert ist.

Das Projekt ist in Phasen gegliedert und beginnt mit der Analyse der Bedürfnisse und Erwartungen der Pilotorganisationen. Darauf aufbauend erfolgt die Entwicklung und Umsetzung von Pilot-Massnahmen, welche evaluiert und so aufbereitet werden, dass sie in Form des oben genannten ‚Werkzeugkoffers‘ gesichert und für weitere Organisationen zugänglich gemacht werden.  

Um unterschiedlichen Bedürfnissen und Ressourcen gerecht zu werden erfolgte der Eintritt ins Vorhaben in zwei Staffeln. Folgende Pilotorganisationen sind mit dabei:

  • Gemeinden:
    Degersheim, Egnach, Hefenhofen, Rheineck, Trogen, Tübach, Urnäsch
  • Unternehmen:
    ASG Technik Herisau, ateBO AG, Elektro Hummel, smartive AG (Standort St.Gallen), Stiftung Förderraum

Projektabschluss: Enthüllung des New Work Baukasten am Abschluss-Event

Im Projektprozess wurde gemeinsam mit den zwölf teilnehmenden Gemeinden und Unternehmen ein Baukasten erarbeitet, der die Erfahrungen bündelt und die Auseinandersetzung mit den «neuen Arbeitswelten» vereinfacht. Am 23. April fand im Square St.Gallen die Abschlussveranstaltung zum Projekt statt. Der New Work Baukasten wurde enthüllt – er bietet Orientierung und Reflexion für eine selbständige Auseinandersetzung mit den Themen der Neuen Arbeitswelten.

Zur Medienmitteilung vom 27. April 2026

Einblicke ins Projekt

Hier und auf unserem Linkedin-Kanal wird es situativ Einblicke in den Fortschritt der einzelnen Gemeinden und Unternehmen geben, welche Herausforderungen sie angehen, welche Massnahmen sie umsetzen – und welchen Fragen sie in diesem Prozess begegnen. Die Lösungen und Umsetzungen werden auch in Erfahrungsaustauschen zwischen den teilnehmenden Organisationen eingebracht und reflektiert.

Ende 2024 fanden vier organisationsübergreifende Workshops zu den Themen Führung, Arbeitskultur, Zusammenarbeit und Arbeitsmodelle statt. Der kurze Film ermöglicht einen Einblick und lässt die Teilnehmenden zu Wort kommen:

Weitere Eindrücke aus den unterschiedlichen Phasen des Projekts:

Das Sounding Board: ein begleitendes Gremium

Die REGIO als Vernetzerin und erfahrene NRP-Projektträgerin und die OST mit ihrer ausgewiesenen Fach- und Methodenkompetenz leiten das Projekt gemeinsam. Sie haben zur Begleitung und Reflektion ein Sounding Board einberufen, welches sich dreimal getroffen hat und aus Vertreterinnen und Vertretern der wichtigsten Interessensgruppen des Projekts bestand:

Daniel Eugster​CEO und Inhaber ​Haustechnik Eugster Arbon​
Michal Herzog​Gemeindeschreiberin Speicher ​
Barbara Josef​5 – 9 AG​, New Work Expertin
Sandro Parissenti​Programmmanager Digitale Transformation Kanton St.Gallen (bis April 2025)
Aurelio Zaccari​Gemeindepräsident Waldkirch​ (bis 31.12.2024)
Samuel Zuberbühler ​Leiter Standortförderung Stadt St.Gallen​

Fussnoten:

  1. Wörwag S., Cloots A. (Hrsg.) (2019): Zukunft der Arbeit – Perspektive Mensch ↩︎