Kantonsstrasse zum See: Wichtiges Schlüsselprojekt für eine gesamtheitliche Entwicklung und mehr Lebensqualität
Am 8. März 2026 stimmt die Bevölkerung des Kantons St.Gallen über die Vorlage «Kantonsstrasse zum See» mit Kostenbeteiligung am «Anschluss Witen mit Zubringer» ab. Die REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee empfiehlt ein Ja. Das Projekt ist eine Massnahme aus dem Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee und ein wichtiges Bindeglied für die gesamtheitliche Erschliessung und Entwicklung der Region.
Hohe Verkehrsbelastung in den Wohngebieten
Auf der Autobahn A1 gibt es zwischen St.Gallen Meggenhus/Mörschwil und der Ausfahrt Rheineck/Thal/Buriet keinen Anschluss zur Autobahn – der Verkehr von und nach Rorschach rollt daher mitten durch das Siedlungsgebiet, im Westen durch Goldach und im Osten durch Staad. Die betroffene Bevölkerung ist starkem Durchgangs-, Schwer- und Ausweichverkehr ausgesetzt, was die Verkehrssicherheit und die Aufenthaltsqualität erheblich beeinträchtigt.
Entlastung und bessere Erreichbarkeit durch abgestimmte Massnahmen
Der Autobahnanschluss Witen und die «Kantonsstrasse zum See» bilden gemeinsam eine abgestimmte Lösung: Ziel ist es, die Zentren und Quartiere von Rorschach, Goldach und Staad vom Durchgangs- und Schwerverkehr in die Industriegebiete zu entlasten und gleichzeitig die Erreichbarkeit von Rorschach zu verbessern. Zum geplanten Bauvorhaben gehören u.a. ein Tunnel unter der Bahnlinie sowie neue Anschlussknoten an das bestehende Strassennetz. Ergänzend werden Fuss- und Veloverbindungen gezielt gestärkt. «Die Massnahmen führen gemeinsam umgesetzt zu weniger Stau, weniger Lärm und mehr Lebensqualität sowie höherer Verkehrssicherheit», sagt Michael Götte, Präsident der REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee und Gemeindepräsident Tübach.
Gemeinsam getragene Investitionen
Die Kosten für das Gesamtpaket bestehend aus dem Autobahnanschluss Witen, der kantonalen Zubringerstrasse («Kantonsstrasse zum See») sowie weiteren flankierenden Massnahmen werden von Bund, Kanton und Gemeinden gemeinsam finanziert.
| Gesamtkosten Kantonsstrasse zum See | 206,7 Mio. Franken |
| Abzüglich Beteiligung Gemeinden | – 8,9 Mio. Franken |
| = Finanzierung durch Kanton SG | 197, 8 Mio. Franken |
| Beteiligung Kanton SG Anschluss Witen | + 69,5 Mio. Franken |
| Gesamtaufwand Kanton SG (via Strassenfonds) | 267,3 Mio. Franken |
| Voraussichtliche Beteiligung Bund via Aggloprogramm* | – 26,2 Mio. Franken |
*Die «Kantonsstrasse zum See» ist im Agglomerationsprogramm der 3.Generation enthalten und wird voraussichtlich mit 26,2 Mio. Franken durch den Bund mitfinanziert.
Was passiert bei einem NEIN?
Die Vorlage besteht aus zwei eng miteinander verknüpften Projekten, die nur gemeinsam ihre Wirkung entfalten. Ein Nein zur «Kantonsstrasse zum See» würde auch den Autobahnanschluss Witen verhindern. Geplante Massnahmen im Lärmschutz sowie im Fuss- und Veloverkehr müssten zurückgestellt oder neu beurteilt werden. Zudem könnten Teile des Agglomerationsprogramms nicht umgesetzt werden und bereits zugesicherte Bundesmittel für die koordinierte Siedlungs- und Verkehrsentwicklung gingen verloren.
Breite Unterstützung für das Projekt – auch die REGIO sagt Ja
Bereits 2019 haben Rorschach, Goldach sowie die Bürgerversammlung Rorschacherberg mit einem freiwilligen Beitrag diesem Vorhaben klar zugestimmt. Auch die St.Galler Regierung, der Bund, die bürgerlichen Parteien sowie zahlreiche Verbände stehen geschlossen hinter dem Projekt. Der Kantonsrat hat die Vorlage im Juni 2025 mit 86 Ja- zu 17 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen deutlich angenommen.
Auch die REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee unterstützt die Vorlage. Als Bestandteil des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee ist die Kantonsstrasse zum See ein zentrales Element für mehr Lebensqualität und eine bessere Erreichbarkeit der Region Rorschach. Die REGIO empfiehlt der Stimmbevölkerung deshalb ein Ja am 8. März 2026.
Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee
Für Arbeit, Einkauf oder Freizeit legen wir immer weitere Strecken zurück. Die Folgen sind Verkehrsprobleme und hohe Kosten für Infrastrukturen. Mit der AGGLO St.Gallen-Bodensee stimmen wir durch eine aktive Zusammenarbeit über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung optimal aufeinander ab. Die Siedlungsentwicklung wird nach innen gelenkt und das Verkehrssystem darauf abgestimmt weiterentwickelt. Über das Agglomerationsprogramm beteiligt sich der Bund an der Finanzierung von Verkehrsinfrastrukturen. So wird die Region als Wirtschafts- und Lebensraum nachhaltig gestärkt.
Siehe auch: Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee